{"id":2,"date":"2020-04-03T13:48:57","date_gmt":"2020-04-03T13:48:57","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturgewinn.ch\/?page_id=2"},"modified":"2020-04-30T12:46:20","modified_gmt":"2020-04-30T12:46:20","slug":"sample-page","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kulturgewinn.ch\/","title":{"rendered":"Kultur Gewinn"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr eine nachhaltige Kulturf\u00f6rderung in der Schweiz &#8211; oder: was bedeutet \u00abGewinn\u00bb in der Kulturarbeit?<\/h3>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle Corona-Krise betrifft s\u00e4mtliche Akteure im Kulturbereich sehr direkt. Auch <strong>die Kulturf\u00f6rderung ist gefordert<\/strong> und vorab gilt es allen entsprechend verantwortlichen Stellen <strong>der Kulturf\u00f6rderung f\u00fcr ihre grunds\u00e4tzliche Offenheit, Hilfsbereitschaft und die bereits getroffenen Massnahmen zu danken<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings wird auch bei der finanziellen Unterst\u00fctzung in dieser Krise (z.B. bei der Beantragung m\u00f6glicher Ausfallentsch\u00e4digungen) einmal mehr <strong>zwischen \u00abgewinnorientierten\u00bb und \u00abnicht-gewinnorientierten\u00bb Kulturunternehmen <\/strong>unterschieden. Eine \u00e0 fonds perdu-Unterst\u00fctzung soll lediglich den nicht-gewinnorientierten Kulturunternehmen und -akteur*innen zukommen. Die Unterscheidung betrifft die Akteure sehr unterschiedlich. Als Beispiel sei der Bereich Literatur\/ Buchkultur erw\u00e4hnt: hier k\u00f6nnen zwar Autor*innen, \u00dcbersetzer*innen oder Literaturvermittler*innen entsprechende Ausfallentsch\u00e4digungen  beantragen. <strong>Ausfallentsch\u00e4digungen nicht beantragen<\/strong> d\u00fcrfen Verlage, Buchhandlungen oder Druckereien (und wenn, dann je nach Kanton allenfalls f\u00fcr Veranstaltungen). Diese Unterscheidung wird ausgerechnet auch in dieser, f\u00fcr den gesamten Kulturbereich existenziellen, Krise gemacht. <strong>Wir halten diese Unterscheidung f\u00fcr unverst\u00e4ndlich und unverantwortlich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gewinne f\u00fcr die Kultur realisieren<\/h4>\n\n\n\n<p>Angesichts der im <strong>Kulturbereich faktisch \u00e4usserst engen Verflechtung<\/strong> aller Akteur*innen und mit Blick auf die realen Abl\u00e4ufe und Abh\u00e4ngigkeiten in einem wirtschaftlichen \u00d6kosystem der Kultur sind solche <strong>Unterscheidungen aus unserer Sicht weder richtig noch zielf\u00fchrend<\/strong>. &#8222;Kulturschaffende&#8220; und &#8222;Kulturunternehmen&#8220; auf diese Weise zu differenzieren ist zwar administrativ-juristisch nachvollziehbar, entspricht aber nicht den realen Gegebenheiten, Verflechtungen und Herausforderungen in der Kulturarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind \u00fcberzeugt davon, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der Kulturunternehmen in diesem Lande \u2013 egal ob teil-subventioniert oder privatwirtschaftlich finanziert, egal ob Theater- oder Konzertveranstalter, Verlage, Agenturen oder Verleiher \u2013 kaum reale Gewinne im Sinne einer echten Nettorendite (\u00abDividenden\u00bb etc.) f\u00fcr ihre Leitungspersonen, Eigent\u00fcmer oder Anteilseigner*innen erwirtschaften. Die tats\u00e4chlich ab und zu in einem guten Betriebsjahr erwirtschafteten <strong>Gewinne werden hingegen praktisch \u00fcberall reinvestiert<\/strong> in neue Projekte, Kulturprodukte oder die Infrastruktur, die es braucht, um die Kulturprodukte \u00fcberhaupt vermitteln, kommunizieren, vertreiben oder auch verkaufen zu k\u00f6nnen. <strong>Die erwirtschafteten Gewinne werden also f\u00fcr die Kultur realisiert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr eine offene Diskussion \u00fcber eine nachhaltige Kulturf\u00f6rderung<\/h3>\n\n\n\n<p>Ohne ebendiese \u00abgewinnorientierten\u00bb Akteure und Kulturunternehmen (Agenturen, Verlage, Galerien etc.) k\u00f6nnen Schriftsteller*innen ihre B\u00fccher nicht realisieren oder verkaufen und keine Lesungen oder andere Promotionen machen, Musiker*innen finden keine Auftrittsm\u00f6glichkeiten, Schauspieler*innen keine B\u00fchnen, Bildende K\u00fcnstler*innen keine K\u00e4ufer*innen oder kein Publikum und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir fordern die zust\u00e4ndigen Stellen der \u00f6ffentlichen Kulturf\u00f6rderung in der Schweiz auf<\/strong>, nach der Bew\u00e4ltigung der aktuellen Krise mit den Verb\u00e4nden der betroffenen (eben auch den gewinnorientierten) Kulturunternehmen <strong>in eine offene Diskussion dar\u00fcber einzutreten, wie die \u00f6ffentliche Kulturf\u00f6rderung den speziellen Bedingungen des \u00abKulturmarktes\u00bb gerechter werden kann.<\/strong> Dazu geh\u00f6rt die Frage, wie neben der Kreation und Produktion eben auch die gesamten <strong>Umsetzungs-, Vermittlungs- und Vertriebsleistungen von Kunst- und Kulturgut<\/strong> angemessen gew\u00fcrdigt und gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Erst so wird Kultur  nachhaltig gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr Soforthilfe f\u00fcr alle Kulturunternehmen<\/h3>\n\n\n\n<p>Zudem bitten wir den Bundesrat und die Leitungsgremien der \u00f6ffentlichen Kulturf\u00f6rderung in dieser Krise um <strong>angemessene \u00e0 fonds perdu-Entsch\u00e4digungen f\u00fcr alle Kulturunternehmen<\/strong> &#8211; also auch f\u00fcr Konzertveranstalter, Booking- und K\u00fcnstler*innenagenturen, Verlage, Buch-\/Medienhandlungen, Plakat-\/Flyeragenturen, Gamestudios, Galerien usw. Erst so wird das \u00dcberleben des reichen Kulturschaffens in der Schweiz gesichert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit herzlichem Dank und freundlichen Gr\u00fcssen,<br>Die unterzeichnenden <strong>Kulturunternehmer*innen,  Kunstschaffenden<\/strong> und <strong>Unterst\u00fctzer*innen<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine nachhaltige Kulturf\u00f6rderung in der Schweiz &#8211; oder: was bedeutet \u00abGewinn\u00bb in der Kulturarbeit? Sehr geehrte Damen und Herren Die aktuelle Corona-Krise betrifft s\u00e4mtliche Akteure im Kulturbereich sehr direkt. 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